Dilyla
Teil 2:
Dilyla
Waner
Die Schwertmeisterin
Ich bin Dilyla.
Die Berge waren an diesem Tag still, viel zu still das wusste ich und es beunruhigte mich auch.
Ich besaß die Gabe des Mao, der Gott der Kämpfe.
Dadurch konnte ich so flink mit Waffen umgehen, dass die Menschen mich nicht besiegen konnten, aber auch ohne Schwerter war ich schneller als die anderen.
Und das war eine mächtige Gabe, nicht viele besaßen sie zumindest hatte ich nie von ihnen gehört, aber auch sonst konnte man auf dem Berg nicht auf dem neuesten Stand sein.
Wenn nur einmal in der Woche ein Bote kommt, der mir berichtet was sich alles in der Welt verändert und so ging das schon über tausend Jahre.
Eine sehr, sehr lange Zeit.
Ich war nie unter Menschen gewesen, hatte mich auf dem Berg zurückgezogen und lebte dort mein unendliches leben, das Leben einer Unsterblichen.
Manchmal lauschte ich den Vögeln, die jeden Tag ein anderes Lied sangen, sie waren so einfallsreich jeden Tag ein anderes Lied zu singen und das tausend Jahre lang.
Sie faszinierten mich und wenn ich mich zur Ruhe legte sangen sie ein Schlaflied für mich, jedes Mal war es wie ein Zauber, ich schlief nach ein paar Strophen ein.
Ich ging auch täglich auf Beutezug, erlegte Hirsche, Rehe und sogar Wölfe die mich angriffen, natürlich ungefährlich war es in den Bergen von Indien nicht.
Aber niemand lebte hier, es war ihnen zu einsam und gefährlich, aber in den tausend Jahren die ich hier schon zurechtkommen musste, habe ich viel gelernt und hatte ich mich nie einsam gefühlt, habe nie Heimweh gehabt, weil dies jetzt mein Heim war.
War es schon immer!
Ich besaß eine kleine Hütte in dem Wäldern umringt von riesigen und spitzen Holzstämmen, niemand kam hier durch, niemand.
Nicht einmal die ausgehungerten Wölfe die sich nur in unmittelbarer Nähe der Hütte befanden und auch die Bären nicht, die mir schon eine Menge Narben verpasst hatten.
Auf meinem Hals waren drei lange Kratzspuren, genauso wie auf meinen Füßen, ich konnte mich noch genau an den Tag erinnern als der Bär mich so verunstaltet hatte.
An dem Tag war ich fiel zu leichtsinnig gewesen, war unbewaffnet in den Wald gegangen um ein paar Pilze zu pflücken und entfernte mich fiel zu weit von meinem Zuhause.
Als es schon Nacht geworden war und ich gerade einmal zehn Pilze gefunden hatte, hatte ein Bär mich beobachtet und schließlich auch angegriffen.
Es hatte nicht wehgetan, ich verspürte keinen Schmerz, jemand hatte mich gerettet und zu einer Kräuterhexe gebracht die mich heilen sollte.
Und in diesem Mann hatte ich mich verliebt, er hieß Bernon und ich habe ihn seit fünfhundert Jahre nicht mehr gesehen.
Es war ein Fehler gewesen sich überhaupt auf diesen Kerl einzulassen und sich überhaupt zu verlieben, da ich es dennoch tat zog er mich zu seiner Heimat.
Die große Stadt Kenzor, eigentlich war es eine abscheuliche Stadt gewesen, kein Mensch war hilfsbereit nicht einmal freundlich und beschmutzten die Wälder mit ihrem Dreck.
Diese Stadt habe ich verabscheut und tat es jetzt noch, immer noch.
Ich wohnte mit Ben in einem riesigen Schloss und besaß sogar ein eigenes Zimmer.
Aber auch in der Nacht war die Stadt ohrenbetäubend laut und respektlos, sie feierten Partys Gott gegenüber, aber er war nur ein Mensch der eine abscheuliche Stadt regierte.
Als es aber an einem Tag so leise war, dass es schon fast unheimlich war fragte Ben mich ob ich seine Frau werden wollte.
Ob ich es wollte?
Nein wollte ich nicht!
Nicht solange wir in dieser gottverdammten Stadt lebten und er sie auch noch regierte, ja er war der Gott den jeder anbetete.
Aber er war als Gott nicht würdig und doch weigerte er sich seinen Stand aufzugeben und so habe ich beschlossen ihn zu verlassen.
Doch er ließ mich nicht gehen, er versuchte mich mit Geld oder Schmuck oder sogar Diamanten zu überreden, aber ich wollte nur ihn für mich allein.
Aber am Ende ließ er mich doch zu meinem zu Hause zurückzukehren, doch als die Vögel mich in den Schlaf sangen setzte er meine Hütte in Brand und die Vögel flogen davon.
Wenn die Vögel nicht zwitschern kann ich nicht schlafen, sonst wäre ich in der Hütte verbrannt ohne es zu merken.
Ich war nur mit Glück aus dem Haus gekommen und hatte anschließend Bens Stadt zerstört, als ich auf dem Höchsten Berg stand sog ich den Rauch in meine Nase, es war so wunderbar und schrecklich zugleich Kenzors Untergang zu beobachten.
Ben war an diesem Abend in Japan gewesen um mit den Japanern irgendwelche Geschäfte zu machen.
Als die Stadt in Trümmern verbrannte kehrte ich zu meinem Zu Hause zurück und redete nie wieder mit irgendjemand.
Fünfhundert Jahre lang, natürlich außer mit dem Boten.
Heute stand ich nun auf dem Höchsten Gipfel meiner Welt und beobachtete mein Reich, die Biber arbeiteten am Fluss an ihren Häusern weiter, die Eichhörnchen suchten verzweifelt nach ihren Eicheln und die Vögel komponierten ein Neues Lied das mich bewundern sollte.
Vögel konnten sprechen, ich führte oft Gespräche mit ihnen, oft Stundenlang und dabei wurde mir nie langweilig, mir gefielen ihre Geschichten über diesen Wald.
Aber am Meisten sprach ich mit ihnen über das Geschick zu fliegen, sie erzählten mir es sei das Beste was es auf der Welt gab und es war gar nicht so schwer.
Man spürt den Wind im Gesicht und man fühlt sich als wäre man frei, ich sehnte mich so sehr nach diesen Dingen, doch ich fühlte mich frei, trotzdem wollte ich es.
Niemand sagte mir was ich zu tun hatte, ich besorgte mir mein Essen selbst und reden konnte ich ja mit den Vögeln, deren Namen ich manchmal vergaß.
Es war Sonntag und der Wind blies mir ins Gesicht, ich fühlte dass ein Kampf der Magie im Norden tobte, doch ich kämpfte nicht mit ihnen, ich stürzte mich nicht in den Tod.
Die Dunkelelben würden sowieso diese Welt übernehmen und bis dahin werde ich meine Welt genießen und mich mit den Geschichten des Boten zufrieden geben müssen.
Etwas seltsames geschah!
An diesem Tag kam er nicht, niemand kam und so ging es einen Monat lang, bis ich die Geduld verlor.
Was war nur passiert?
Ich musste wissen was geschehen war und ich musste leider die Welt betreten vor der ich mich tausend Jahre lang versteckt hatte und ich hatte Angst, so entsetzliche Angst.
Am liebsten würde ich mich in meiner Hütte verstecken und auf den Tot warten, doch das konnte ich nicht.
Es war einfach meine Pflicht den Boten Kyle zu suchen und wohlauf zu sehen und darauf hin müsste er mir erklären was ihn aufgehalten hatte.
Als ich meine Dolche und Schwerter gefunden hatte, die schon lange im Staub der Hütte lagen, suchte ich nach meinen Umhang, den schwarzen Umhang mit Kapuze.
Heutzutage besaß jeder so einen Umhang, er schützt einen vor Geistern und auch anderen Wesen.
Ich hoffte ihn nicht zu finden und nicht losgehen zu müssen, doch das Glück war nicht auf meiner Seite, der Gott Mao wollte dass ich mein Reich verlasse.
Ich verabschiedete mich von meiner Hütte, wo nur ein Bett lag, ein kleiner Tisch und Polster als Sessel.
Als ich den Umhang überzog und meine Waffen darin verstaute verabschiedete ich mich von den Vögeln, die mich ein Stück begleiten wollten.
Der Weg den ich ging war offen, nur ein Paar Bäume standen neben dem Weg, also keine wilden Tiere, außer Krähen.
Eine Taube kam an mir an, als die anderen Vögel mich gerade verließen, es war ein er und er hieß Sonki: „Warum bist du allein in dieser Gegend? Das ist gefährlich!“
Ich meinte müde: „Warum begleitest du mich nicht Sonk?“
„Ich werde dich beschützen, von den Krähen die in der Nähe leben, ich werde sie vertreiben!“
„Nun du scheinst sehr selbstbewusst zu sein und das ist gut, aber in diesem Fall kann es zum Tod führen!“
Die weiße Taube, Sonki meinte noch immer selbstbewusst: „Trotzdem, ich bin stark!“
„Na gut, dann machen wir uns auf den Weg.“
Als ich weitere Schritte voran ging flog mir der Vogel nach: „Wo willst du denn eigentlich hin?“
Am Liebsten hätte ich Sonk nicht geantwortet doch ich musste leider zugeben: „Ich habe keine Ahnung.“
„Und was ist dein Grund warum du hier entlang gehst?“
Ich blickte zu dem Vogel auf: „Ich suche meinen Boten, er heißt Kyle. Hast du ihn vielleicht gesehen?“
„Kyle, hhm. Wo wohnt er denn?“
„Ich denke irgendwo im Osten von hier.“
Der Vogel schluckte: „Ich muss dir leider mitteilen, dass Osten in Schutt und Asche liegt, alle Dörfer und Städte weil die Dunkelelben alles zerstört haben. Am Liebsten würde ich ihnen ordentlich eines Auswischen!“
Ich blieb stehen und schrie zu laut: „Was?“
„Es tut mir ja so leid! Aber dein Freund ist wahrscheinlich tot, oder ist geflohen.“
„Wohin und mit wem?!“
„Ich weiß nicht, es gibt denke ich ein paar Überlebende, soll ich meine Freunde fragen?“
„Ja bitte.“
Als Sonk ansetzte davon zufliegen fragte ich noch schnell eine Frage die mich sehr beschäftigte: „Warte noch! Sonk warum verschwendest du deine Zeit mit mir? Mit einer Schwertmeisterin die in den Bergen Indiens lebt und kein Sinn für die Welt hat?“
„Ich bin auf der Suche nach einer neuen Herrin und du bist eine die mir am Meisten gefällt.“
„Was? Du willst dass ich deine Herrin bin?“
„Ja, wenn du es willst.“
Ich nickte stumm und lächelte, noch nie wollte ein Vogel zu mir gehören: „Auf wieder sehn!“
Der Vogel zwitscherte zum Abschied und flog dann auch schon davon, die ersten Stunden die ich nun schon in der Realität verbrachte waren traurig, beängstigend aber auch schön gewesen.
Nun war ich wieder allein und fühlte mich schrecklich einsam und mir wurde bewusst wie sehr ich meine Vögel brauchte oder wohl eher einen Gesprächspartner.
In der Nacht suchte ich mir einen geeigneten Baum um die Nacht zu verschlafen, ich suchte nach ein paar langen Seilen aus Pflanzen und flocht sie mir zu einer Hängematte, ein paar riesengroße Blätter als weiche Matratze und meinen Umhang als Decke.
Ich flocht mir meine braunroten Haare auseinander und ließ sie über meinen Schultern fliegen.
Meine schwarzen Augen sahen ein paar Krähen die über mich kreisten, doch sie flogen nach ein paar Minuten wieder davon.
Doch ich konnte nicht einschlafen, die ganze Nacht nicht.
Ich hörte die Vögel nicht die den ganzen Tag zwitscherten und nie schliefen, außer eine Stunde am Tag.
Es war so still dass ich nicht einmal die Heuschrecken hörte, oder das geheulte eines Wolfes in der Nähe!
Nicht einmal ein einziges Geräusch, nur das Knacken meiner Füße, ich war den ganzen Tag unterwegs gewesen und nun taten mir meine Füße etwas weh.
Ich hatte Angst um Kyle und auch um den Rest der Hexen, Menschen und anderen Wesen die in dem zerstörten Ort lebten.
Die ganze Nacht konnte ich nicht einschlafen, bis schließlich Sonki wieder zu mir zurückkam, er bemühte sich so leise zu sein wie möglich, weil er dachte ich schlafe.
„Was hast du herausgefunden?“
Der Vogel erschrak kurz, dann setzte er sich auf einen meinen Bauch, er war so vorsichtig und versuchte nicht mir mit seinen Krallen weh zu tun und berichtete schließlich: „Es gibt Überlebende, aber sie sind nach Pakistan geflüchtet.“
„Warum sollten sie das tun?“
„Ich wusste es auch noch nicht, an diesem Tag haben die Dunkelelben ganz Indien eingenommen, aber dann sind die Meisten abgezogen, sie trainieren für die entscheidende Schlacht! Die vorherige haben sie gewonnen, aber ein Wunder ist geschehen!“
Ich setzte mich auf und fragten ihn etwas zu laut: „Was? Was? Gibt es noch Hoffnung?“
„Ja meine Herrin, das Mädchen aus der Prophezeiung hat unsere Welt betreten, doch sie musste sich wieder mit den anderen Hexern und Hexen auf die Menschenwelt zurückziehen, bis ihr Kind geboren wird und alt genug ist um zu kämpfen und um unsere Welt zu retten!“
„Sag Lyla zu mir. Aber bis dahin haben die Dunkelelben unsere Welt eingenommen!“
„Nicht wenn jemand Widerstand zeigt!“
„Und wer?“
„Ich weiß es nicht!“
Ich schluckte und legte mich wieder hin.
„Wo sollen wir jetzt hin?“, fragte der Vogel.
„Wir werden so viele Überlebende retten wie es geht, auch Kyle und mit ihnen auf die andere Welt flüchten um darauf zu warten bis die anderen unsere Welt zurück gewonnen haben und dann werden wir wieder zurückkehren!“
„Was wenn sie es nicht schaffen?“
Darauf gab ich Sonk keine Antwort aber ich fragte ihn noch ob er mir etwas vorsang.
Das tat er auch und seine Melodie war wunderschön, ganz anders als die anderen Vögel mich bezwitschert haben und ich schlief nach wenigen Minuten ein.
Die Wachen
Sonki weckte mich früh am Morgen, die Sonne war noch gar nicht aufgegangen und die Bäume waren auch noch nicht aus ihrem Schlaf erwacht.
Ich hüpfte aus meiner Hängematte und zog mir meine Sandalen über die Füße, meinen Mantel zog ich nicht an, es war glühend heiß.
Also packte ich ihn in meine Tasche die ich achtlos auf den Boden geworfen hatte, sie lag noch immer dort und es war Gott sei dank noch alles darin was darin sein sollte.
Also ging ich mit meiner kurzen Lederose und einem T-shirt aus Fell weiter, die Tasche warf ich mir einfach über die Schulter und schon jammerte der Vögel über die unerträgliche Hitze.
„Wie kann es nur so heiß sein?! Es ist sonst nie so heiß hier, meine Federn sind für kältere Zeiten ausgebaut. Ich freue mich schon auf den Osten, dort gibt es sicher viele kältere Plätze und auch einmal einen Wasserfall, oh ja was würde ich für kaltes Wasser geben!“
Seine Jammerei ging mir auf die Nerven und ich wollte ihn schon anbrüllen er sollte die Klappe halten, bis ich in Gedanken noch einmal alles durchspielte was er gesagt hatte: „Sonk was hast du noch mal gesagt?“
„Na kaltes Wasser würde uns jetzt gut tun.“
„Nein, ganz am Anfang, ach vergiss es! Du hast gesagt es ist sonst nie so heiß hier stimmt?“
„Du merkst dir meine Sätze besser als ich, denn ich habe keine Ahnung wovon du redest!“
Der Vogel setzte sich vor Müdigkeit auf meine Schulter und bei jeden Schritt den ich ging hüpfte Sonk einen kleinen Ruck in die Richtung des Himmels.
Ich erklärte es ihm: „Die Dunkelelben errichten Gefängnisse und bei jedem Gefängnis erschaffen sie auch Feuersteine, in ihnen konsentriert sich eine Menge Wärme.“
„Und was willst du damit sagen?“
„Ich will damit sagen dass sich hier irgendwo in der Gegend ein Gefängnis befindet, vielleicht finden wir dort Kyle!“
Der Vogel zwitscherte laut, das bedeutete er lachte, er lachte mich aus: „Glaubst du wirklich wir kommen da rein, eine einzige Schwertmeisterin und eine Taube? Auch wenn du mich dabei hast wird das nicht funktionieren.“
„Ja sicher, ohne dich würde ich dort nie reinkommen! Du hast gesagt du willst dass ich deine Herrin bin, dann hilf mir auch.“
Der Vogel seufzte: „Hast du wenigstens schon einen Plan?“
„Klar, er wird schon schief gehen!“
Ich erklärte ihm meinen Plan mindestens fünf Mal bis er ihn verstand und bald darauf sahen wir im Osten Rauchwolken aufsteigen und eine große Burg, das wahrscheinlich als Fabrik und als Gefängnis genutzte wurde.
Als ich das Schloss erkannte blieb ich sofort stehen und starrte auf das große Gebäude.
Das Schloss meiner Schwester Mira!
Eine Träne floss mir den Wangen hinunter, vielleicht war Mira dort und vielleicht auch Kyle und viele andere Menschen.
Ich durfte jetzt nicht aufgeben, ich musste weitergehen, obwohl mir meine Füße vom langen Marsche wehtaten: „Bereit Sonk?“
„Ja Herrin.“
„Sag Lyla zu mir.“
„Na gut.“
Sonki flog schon auf die Burg los und wenige Minuten später war er wieder bei mir angekommen: „Es gibt drei Wachen am Eingang aber im Burghof befinden sich dreimal so viele und in den Gebäuden sind auch ein paar. Die Gefangenen arbeiten in den Feuermienen ein Wenig von der Burg entfernt und dort befinden sich auch zehn Wachen. In der Burg werden wahrscheinlich auch ein paar Gefangene sein.“
„Gut, dann wären wir so weit!“
Ich zog mir meinen schwarzen Umhang über und legte die Kapuze über den Kopf, auch wenn es erstickend heiß in dem Ding war und ich schwitzte, musste ich es anziehen, sonst würden sie mich vielleicht erkennen.
Zu meinem Glück trat sehr, sehr dichter Nebel auf, man konnte durch ihm fast überhaupt nichts erkennen und doch sah ich die zwei Dunkelelben die vor der Eingangstür verwundert versuchten durch den Nebel hindurchzublicken.
Ich besaß anscheinend bessere Augen als sie, oder der Nebel bewegte sich zu meinen Gunsten.
Die Zweite Möglichkeit hielt ich für wahrscheinlicher.
Ich durfte jetzt nicht länger herumtrödeln oder gar aufgeben, ich musste die Dunkelelben überraschen.
Als ich mich anschlich und meinen Umhang als Tarnung nutzte, bemerkten mich die zwei Wächter immer noch nicht.
Sie ahnten nicht einmal welche Gefahr ihnen drohte!
Ich machte einen langen runden Bogen um sie, so weit wie möglich von ihnen entfernt damit sie mich nicht sehen konnten und bewegte mich dann langsam von hinten an sie heran.
Eine Frau war dabei, perfekt!
In ihre Kleidung würde ich perfekt passen, also machte ich mich angriffbereit.
Als Kind hatte ich einen Trick von meinem Vater gelernt, er war zwar schon etwas eingerostet, aber ich konnte es ja versuchen.
Es war so weit, ich war nahe genug, also sprang ich auf die Frau zu und drückte ihr erst auf ihre Schlagader, bei Dunkelelben war es so, dass wenn man auf ihre Schlagader drück sie nichts mehr sagen oder irgendwelche Geräusche machen konnten.
Sie fielen in eine Art Traum, aber nur für kurze Zeit!
Also rammte ich ihr meinen Dolch in den Hals, wenn ich ihre Kleidung beschädigen würde, dann konnte ich mich nicht mehr in das Schloss schmuggeln.
Ich ließ zu früh ihre Schlagader los und sie fing an laut zu zischen, ein großer Fehler, denn jetzt kam der andere auf mich zu.
Den toten Leib ließ ich von mir fallen und stürzte mit Leichtigkeit auf den anderen zu, er viel um und leider war es unausweichlich dass er nicht schrie.
Der Schrei bohrte sich in meinen Kopf, in meine Gedanken, in mein Bewusstsein!
Dies war ein Sanimor, ein Dunkelelbe mit enormen Schreikräften, das hatte mir gerade noch gefehlt!
Aus seinem Mund traten Druckwellen empor und es gelang mir nur schwer die Druckwelle zu überwinden, ich rammte nun ihm meinen Dolch in seinen Hals und drückte dabei mit meiner anderen Hand auf seine Schlagader.
Doch es war zu spät, ich hörte schon wie die Restlichen Dunkelelben sich langsam zu mir auf den Weg machten, es wird nicht lange dauern bis sie mich erreichen würden.
Es würde kein Einschmuggeln mehr geben, es war sowieso ein schlechter Plan gewesen, doch jetzt half es mir nicht weiter darüber nachzudenken was für einen großen Fehler ich gemacht hatte.
Meine Einzige Möglichkeit zu Überleben war zu fliehen!
Der Mann unter mir zappelte und ich bemerkte nicht, als er aus seinem Gürtel ein scharfes, spitzes Messer nahm dass sich schnell auf mich zu bewegte, den ersten Angriff konnte ich mit meinen Dolch abwehren, doch der zweite kam von seiner Anderen Hand, mit dem gleichen Messer.
Damit hatte ich nicht gerechnet!
Plötzlich rammte sich das Messer in meine Niere und die ganze Zeit drückte es zu, es tat so weh.
So höllisch weh!
Ich zitterte.
Die Wunde brannte und auch die Niere die bald nicht mehr brauchbar sein würde, er drückte die ganze Zeit noch tiefer in die Niere und ich war zu schwach und entsetzt um ihn abzuwehren.
Meine Kampfkunst hatte sich in all den Jahrhunderten enorm verschlechtert!
Erst als seine Hände erschlafften und damit auch sein gesamter Körper blieb das Messer tief in meinem Körper stecken, ich sprang zurück, fiel aber gleich wieder auf die Knie, nur mit großer Mühe gelang es mir meine stocksteifen Hände auf das Stück Metal zu legen und es schließlich auch aus meiner Niere zu ziehen.
Der Schmerz war unerträglich als nur noch ein tiefes Loch, das in meine Niere führte, übrig war.
Das Messer warf ich von mir fort und versuchte gleich danach wieder aufzustehen, doch es gelang mir nicht, deshalb fiel ich gleich wieder auf den Boden.
Die Stimmen der anderen Wachen kamen näher und näher, aber ich konnte mich nicht verstecken, ich war stocksteif am Boden festgewachsen.
Ich verlor die Hoffnung und legte mich auf den Boden um auf den Tot zu warten, war das das Ende?
Werde ich in nur wenigen Minuten sterben?
Oder gar von den Dunkelelben gefoltert werden?
Doch plötzlich hörte ein Krachen, Glasscherben zersprangen und damit auch mein Bewusstsein.
Schreie! …
Ich fühlte nur noch warme Hände die mich von dem Ort davontrugen an dem ich dachte dort würde ich mein Ende erleiden müssen …
Guten Tag Ben und auf Wieder sehn
Ich hatte leider nicht lange geschlafen denn ich war so müde als ob ich schon seit Jahren nicht mehr geschlafen hatte!
In dieser Nacht hatte ich einen Merkwürdigen Traum gehabt: Ich war mit irgendeiner Taube zu einem Schloss im Osten gewandert und dort fast ermordet worden.
Doch als ich schließlich den Schmerz an meiner Niere wieder spürte wusste ich dass es kein Traum gewesen war, oh mein Gott!
Es war kein Traum gewesen!
Wer hatte mich gerettet, oder wohl eher, welcher Gefangene hatte mich gerettet?
Vielleicht Kyle, oh Kyle ich hatte es doch geschafft dich zu finden!
Über alle Dinge fröhlich öffnete ich die Augen und erkannte die Wahrheit die sich vor mir spiegelte.
Die Realität …
Mein Mund stand auf einmal offen und ich konnte ihn nicht mehr schließen, ich konnte nur noch auf den Mann starren der da vor mir kniete und mich versorgte.
Ben!
*****
Dieser verlogene Verrückte!
Zwar hatte er mich gerettet, aber trotzdem vertraute ich ihm nicht, die Vergangenheit war zu schrecklich gewesen um all das zu vergessen was Ben mir angetan hatte.
Deswegen zerstörte ich sein zu Hause und doch war er nicht einfach von den Wachen und mir davon gelaufen sondern hatte mich gerettet.
Ich konnte es nicht glauben, aber es würde sich noch zeigen warum er es getan hatte.
Die Antwort würde mir wahrscheinlich nicht gefallen!
Seine türkisen Augen starrten mich an und seine schwarzen Kinnlangen Haare waren zersaust, seine breiten Lippen kräuselten sich und seine Kleidung war die eines Gefangenen.
Es war eine rote lange Hose und als Oberteil besaß er nichts, so konnte man seine starken Muskeln erkennen, die mich vor fünfhundert Jahren noch staunen ließen.
Ben sagte nichts …
Er sah mich nur lange an, doch schließlich kam er zu Wort: „Ich habe dich nicht gerettet um dich jetzt zu töten, glaube mir! Also schau mich nicht so an! Du hast schließlich die Wachen abgelenkt damit ich fliehen konnte und deswegen habe ich dich vor dem Tot bewahrt.“
„Ben! Ich wollte dich nicht befreien und glaube mir wenn ich es könnte würde ich dich mit eigenen Händen dorthin zurückschicken wo du herkommst!“
Er lächelte mich an: „Das klingt nach dir, so warst du schon immer! Du hast niemanden vertraut.“
„Gut dass ich später zu Besinnung gekommen bin als ich dir vertraut hatte!“
Seine Miene wurde dunkler: „Du hast meine Stadt zerstört!“
Nun war ich sauer, ich war sehr sauer: „Oh mein Gott! Ist es dir etwa egal was du tust, auch wenn du den Menschen schaden zufügst!? Du hast versucht mich umzubringen!!“
Er lachte, aber hörte schließlich auf und sah mir tief in Augen: „Lyla, deine Geschichten sind immer die Besten!“
„Du hast mir deine Krieger auf den Hals gehetzt!“
Ben schluckte hörbar und es blieb kurz still: „Du meinst das also ernst? Ich habe nie den Befehl erteilt dich umzubringen!“
Bei dieser Lüge musst ich nur lachen und setzte mich auf: „Du hast mein zu Hause zerstört!“
Es wurde still, niemand sagte etwas und das sehr, sehr lange nicht bis mir der Geduldsfaden riss: „Ohrr! Sag schon was!“
Er seufzte und meinte verlegen: „Nachdem du verschwunden bist war ich sehr unglücklich, also bin ich nach Japan um meine Geschäfte voran zu treiben. Kensinn war immer der Ansicht dass du nicht gut genug für mich bist und weil ich am Ende unglücklich war hat er wahrscheinlich meine Krieger zu dir geschickt! Es tut mir leid! Ich hatte ihm die Kontrolle für Kurze Zeit angeboten, aber ich wusste ja nicht was er tun würde! Jetzt ist er Tot, zumindest denke ich es ist so.“
Ich dachte kurz über seine Worte nach: „Wieso denkst du das?“
„Weil er auch mit mir im Gefängnis war, er hat versucht zu flüchten, aber die Dunkelelben haben ihn wieder eingefangen.“
Plötzlich fiel mir Kyle und Sonki wieder ein: „Hast du Kyle irgendwo gesehen oder meine Taube Sonki?“
„Der eingebildete kleine Vogel der mich fertig machen wollte als ich dich von dort weggeschleppt habe?“
„Ehm, Ja …“
Er lächelte: „Er ist hinter mir im Käfig.“
Ich sprang auf und ging zu ihm, der Schmerz an meiner Niere war nicht mehr zu spüren, irgendwas hatte Ben gemacht!
Aber nur was?
„Wie lange habe ich geschlafen?“
„Drei Wochen.“
„Was?! Drei Wochen!“
„Wenigstens bist du jetzt wieder gesund.“
Meine Kleidung war nicht die, die ich vorher angehabt hatte, oh mein Gott!
Er hatte mich umgezogen!
„Du hast mir etwas anderes angezogen!“
„Und ich habe es genossen.“
„Ohrr! Vollidiot!“
Er hatte mich schon wieder nackt gesehen und das gegen meinen Willen, was für Probleme dieser Kerl doch hat!
Die Taube schlief aber als ich an seinen Federn zog wachte er sofort auf: „Oh, oh Herrin! Gott sei dank sind sie wohl auf! Ich habe sie verteidigt!“
„Wie oft soll ich es denn noch sagen! Nenne mich Lyla!“
„Er war zu dritt!“
Ben drehte sich um: „Witzig!“
„Zu viert!“
„Oh ja ich habe meine Seele geteilt!“
Sonk stand unwillig auf und krallte sich am Boden fest: „Genau! Er ist ein Böser Mann!“
Ich lachte: „Als ob ich das nicht wüsste.“
Dann öffnete ich den Käfig von Sonki, der sich gleich auf meine Schultern setzte: „Was, was tut er denn da?“
Bemerkte der Vogel als Ben mich anstarrte und meine Wangen hellrot wurden.
Der Vogel flüsterte mir zu und lachte: „Psst! Ich glaube er ist verknallt in dich.“
Ben hatte es gehört: „Mehr als das! Wenn du schon über mich lästerst dann über Wahre Dinge!“
Sonk fuhr herum und zwitscherte, ein Zeichen von Beleidigung und schon musste ich lachen.
Ich konnte es mir nicht verkneifen!
Schon wieder spürte ich den Blick des Verräters auf mir und drehte mich in die andere Richtung, ich brachte jetzt meinen Schutz.
Den Umhang!
Wo war er nur?
„Suchst du das hier?“, fragte Ben hinter mir und hob den schwarzen Umhang auf den ich so dringend brauchte: „Ja!“
„Hier bitte, aber vorher musst du dir noch ein paar wärmere Sachen anziehen.“
Er warf mir eine Wollweste zu und eine Wollhose, ich verspürte keinen Schmerz an meine Niere als ich die Kleidung auffing: „Was hast du mit meiner Verletzung gemacht?“
Ich strich mit meinen Fingern über die tiefe Stichwunde, aber sie war zugenäht worden.
Ben seufzte: „Also, ich hab sie entfernt.“
„Was?!“
„Sie war nicht mehr brauchbar! Du weißt schon kaputt, du kannst nicht dein ganzes Leben lang mit einer nichtfunktionstüchtige Niere herum stolzieren!“
„Wer stolziert hier!? Gut, ich würde mich jetzt gerne umziehen.“
Er ging nicht, er blieb sitzen und machte nicht die Anstallt sich zu bewegen.
„Ehm, allein!“
Ben lächelte: „Oh, aber das habe ich alles schon gesehen!“
„Oh, schön für dich aber diese Zeiten sind vorbei.“
Nur widerwillig verließ er den Raum, vorauf Sonk eine Menge Schimpfwörter hinter ihm her warf: „Unfairer Spieler, verlogener Hund! Spanner!“
Ich forderte Sonk auch auf zu gehen und schon flog er wie der Wind davon.
Als ich mir alles übergezogen hatte zog ich mir noch meinen Umhang an, Gott sei dank waren die Waffen noch da wo sie sein sollten!
„Du kannst wieder herkommen.“
Nach ein Paar Sekunden betrat Ben wieder das Haus, es sah sehr alt aus, aber die Möbel waren in Ordnung.
Ben näherte sich mir, doch jeden Schritt den er wagte, ging auch ich einen Schritt zurück und zuckte zusammen als ich an der Wand zum Stehen gezwungen wurde.
Als Ben genau einen Meter vor mir verweilte, eindeutig viel zu wenig weit weg, fragte er mich: „Warum vertraust du mir nicht?“
„Das weist du!“, meinte ich düster und kräuselte die Lippen.
„Eine andere Frage. Warum warst du da?“
„Wo sind wir hier?“
Er seufzte schon wieder: „In der Nähe von dem Gefängnis, in einer Höhle wo ein Haus steht. Ich weiß, es ist merkwürdig, aber sonst wäre es zu kalt. Du hast meine Frage nicht beantwortet!“
„Kyle.“
Er sah mich fragend an.
„Du weißt schon, mein Bote! Er ist seit ein paar Monaten nicht wieder aufgetaucht und deswegen habe ich nach ihm gesucht!“
Ben lachte schon wieder: „Du hast jemanden gesucht? Das glaub ich nicht.“
„Es ist wahr und deshalb muss ich noch einmal zurück!“
„Nein, nein, nein! Du bist völlig aus der Übung! Du würdest dabei dein Leben riskieren wie schon vorhin, außerdem warten die nur auf dich! Es wäre keine Überraschung wenn du sie angreifst!“
„Aber ich muss es versuchen! Er ist mein Freund!“
Er lachte. „Als ob du je einen Freund gehabt hättest, natürlich außer mir.“
Ich zeigte mit meinem schmutzigen Zeigefinger auf ihn und flüsterte: „Du warst der einzige Fehler den ich je in meinem Leben begangen habe!“
Ich zog meine Stirn in Falten und versuchte einen dramatischen Abgang hinzukriegen, doch er wurde von Bens Worten in die Leere geworfen: „Vergiss nicht das Gefängnis und der Bär.“
Ich sagte nichts.
Er zog sein Schwert aus seiner Scheide und schwenkte damit spielerisch: „Wenn es dir so wichtig ist, werde ich dich wieder in Form bringen. Oder hast du etwas dagegen?“
Ich hatte genug Gründe etwas dagegen zu haben, aber was soll man machen?
Vielleicht war er meine Einzige Hoffnung so schnell wie Möglich in das Gefängnis zu spazieren und Kyle, falls er dort wirklich zu finden war, zu retten.
Wenn man ihn noch retten konnte, aber irgendetwas sagte mir dass er noch lebte, irgendetwas, meine Innere Stimme riet mir: „Lass dir von Ben helfen, ich meine er ist wirklich deine Einzige Hoffnung Kyle lebendig zu retten.“
„Ja und beinahe hätte er mich umgebracht!“
„Lass die Vergangenheit ruhen Lyla, er ist ein guter Kerl, er hat nur eine Menge Fehler gemacht und jetzt ist er dabei sie wieder auszubessern. Das ist doch gut.“
Die Stimme in mir war ruhig: „Gib ihm eine Chance.“
„Aber …“
„Was aber? Es gibt kein aber, ist das klar?“
„Ich lass mir doch von dir nicht einreden was ich machen soll!“, schrie ich in mir und schüttelte die Stimme in meinem Kopf ab, Ben sah mich verwirrt an.
„Ist alles in Ordnung?“
Ich antwortete nicht auf seine Frage: „Ich gehe morgen wenn die Sonne aufgeht.“
Darauf setzte ich an aus dem Haus zu gehen, doch Ben hielt mich noch einmal zurück.
Er war zu mir gerannt und hielt mich am Arm fest: „Mit mir?“
Nach dieser Frage drehte ich mich ihm um und sah ihm tief in die Augen: „Ohne dich! Ich will dich nie wieder sehn!“
Seine Miene wurde böse, nein eher traurig.
Und plötzlich flog der Vogel Sonki ins Haus und meinte laut: „Hey hab ich was verpasst?“
Ich sah Ben immer noch tief in die Augen und als wir nicht antworteten wusste Sonk was los war: „Oh verstehe, falscher Zeitpunkt.“
Nun war es ein dramatischer Abgang, ich verließ zornig das Haus und nahm Sonk mit.
Wichtige Informationen
Der Weg war neblig!
Ich konnte kaum etwas erkennen, nur die Fußspuren auf dem Boden.
Einfach nur den Fußspuren folgen dann bist du gleich am Ziel, redete ich mir ein und dann stolperte ich auch noch über einen Stein, die am Boden massenhaft zu finden war.
Sonki redete den gesamten Weg nur auf mich ein ich sollte zu Ben zurückgehen und ihn um Kampfkunstunterricht bitten, aber ich blieb dennoch stur.
Jedes Mal sagte ich nein, bis es mir zu blöd war und ich auf seine Fragen und Aufforderungen nicht mehr antwortete, doch die ganze Zeit ließ er sich nicht davon abtreiben: „Du musst zu ihm zurück! Du wirst dich selbst umbringen! Das ist Selbstmord!“
Ich drehte mich zu der kleinen, fliegenden Taube um und schrie in an: „Hör mal ganz genau zu! Okay, ich werde nicht zu ihm zurückgehen. Er hätte mich fast umgebracht!“
„Aber hat dich gerettet!“
Ich seufzte: „Na ja trotzdem! Ich werde nicht mal in deinen allerdümmsten Träumen das tun was du willst klar!“
Sonki wurde still, was für eine Erleichterung.
Doch nach einer Weile meinte er noch: „Tauben träumen nicht.“
Das interessierte mich: „Wie meinst du das? Schläfst du etwa gar nicht?“
Der Vogel flog zu meiner Schulter und wedelte dabei heftig mit seinen Federn, dann setzte er sich darauf: „Ich schlafe, aber auf eine ganz andere Art als du. In meinem Schlaf ist es immer nur dunkel, die ganze Zeit bis ich meine Energie wieder aufgetankt habe, ungefähr drei Stunden am Tag.“
Ich meinte: „Das sind zwei Stunden mehr als bei meinen Vögeln zu Hause.“
„Ja aber, dadurch kann ich eine Woche ohne Schlaf auskommen, manchmal haben wir Tauben eine Vision in unseren Träumen.“
„Hast du schon einmal eine gehabt?“
„Ja, einmal und da habe ich dich gesehen wie du meine Herrin warst und wir haben uns die Welt von dem höchsten Berg der Welt angesehen!“
„Der Mont Everest? Aber da ist es doch fürchterlich kalt!“
„Nicht in meiner Vision.“
Sonki war anders als die Vögel in meiner Heimat, na ja er war ja auch eine Taube, aber er war auch besonders, besonders für mich.
„Ich bin eine Taube, deine Freunde sind Spatzen, wir führen seit ein paar Jahrhunderten Krieg gegen sie.“
Ich konnte mir nicht vorstellen das Vögel verfeindet waren, ganz zu Schweigen von dem Kampf:
„Aber warum?“
„Ich weiß nicht …“
„Du weißt es nicht und bist dennoch mit ihnen verfeindet?“
„Ja, aber bei uns Vögeln muss man das nicht wissen.“
Das verstand ich nicht, aber ich fragte Sonk nicht weiter, weil ich schon wieder die Burg hinter dem Nebel erkennen konnte, er war noch nicht verschwunden.
Dieses Mal würde ich die Sache anders angehen!
Ich würde mich erst zur Burg heran schleichen und dort an der Mauer lauschen, doch ich fand den Weg nicht.
Der Nebel wurde immer dichter und ich konnte gar nichts mehr erkennen und es war so heiß, ich sah nichts mehr durch den Nebel und dadurch war ich ein großes Stück verwundbarer.
Was wenn sie mich angreifen würden?
Aber ich war mir sicher dass sie durch den Nebel nichts erkennen konnte, also war ich nicht in Gefahr.
Na ja, zumindest nicht in großer Gefahr.
Sonki klammerte sich immer fester auf meiner Schulter fest, bis es schon fast wehtat: „Sonk, au! Kannst du fliegen?“
„Nein ich kann nichts sehen, oder soll ich es versuchen, mutig genug wäre ich!“
„Sonk, nicht wieder angeben.“
„Ups.“
Ich hörte ein Geräusch, es kam genau aus der Richtung in der ich mich gerade bewegte, das Schloss.
Hatten sie uns gehört?
Lange ging ich einfach gerade aus und nie war etwas in Sicht, ich dachte schon ich wäre weit vom Schloss entfernt, bis ich ohne Vorwarnung genau an der Maucher anstieß.
Nicht fest, aber laut genug sodass die Dunkelelben es bemerken würden, ich konnte sie schon hören: „Sie ist bald hier! Stellt euch in Position!“
Na toll, ich hatte es vermasselt!
Ben hat wirklich Recht behalten.
Jetzt konnte ich auf keinen Fall mehr in das Schloss einbrechen und schon gar nicht in diesem Nebel.
Den Dunkelelben schien es auch nicht zu gefallen: „Ich kann nichts sehen, Chef!“
„Sei kein Weichei!“
Eigentlich konnte ich durch den Nebel hindurchblicken, aber dadurch dass ich meine Kraft nicht mehr beherrschte war ich nicht in der Lage das zu können.
Vielleicht konnte ich noch irgendetwas herausfinden, ich musste nur lauschen, vielleicht würden sie etwas Wichtiges verraten.
Als ich schon sicher zehn Minuten so da stand, gaben die Dunkelelben endlich ein Wort von sich: „Ich denke es war falscher Alarm!“
Der Hauptmann.
Ich hörte eine paar Füße laufen, nein zwei Paare.
Es betraten zwei weitere Dunkelelben den Hof: „Sir, die Gefangene Nummer 11 9 0 macht Probleme!“
Der Hauptmann ging auf die zwei Boten zu: „Kein Wunder, sie ist eine sehr mächtige Skarpie! Seid vorsichtig, am besten schicke ich euch noch fünf Wachen zur Verstärkung. Ihr könnt gehen.“
„Befehl verstanden Sir!“
Die zwei Boten gingen in das Schloss zurück, nein sie gingen steile Treppen hinunter.
Warte mal, Nummer 11 bedeutet die Nummer des Gefangenen, 9 bedeutet die Zimmernummer und 0 bedeutet der Stock in der sie sich gerade befindet.
Dieser Stock war weit unter der Erde, eine Skarpie …
Meine Schwester war doch eine Skarpie, vielleicht war sie in diesem Schloss gefangen!
Es gibt nur weibliche Skarpien, sie haben hoch entwickelte Sinnesorgane und können sich, wenn ihnen danach ist, unsichtbar werden, Skarpien sind eine weiterentwickelte Spezies von Hexen, zumindest bei den Frauen.
Bei Männern hat man den Vorschritt noch nicht gesehen.
Mira war eine sehr mächtige Skarpie, das hat der Hauptmann selbst gesagt, das waren genug Informationen auf Einmal, in diesem Schloss waren ja all die Menschen gefangen die ich kenne und liebe.
Na ja, das galt nicht für Ben! Auf keinen Fall!
Ich musste mich schnell von der Burg entfernen und zwar so leise wie nur irgendwie möglich, doch das Glück war nicht auf meiner Seite.
Der Stein unter meinen Füßen zerbrach und auch den nächsten Schritt den ich wagte ging gleich aus und der Nebel verschwand, nun konnten sie mich sehen und zwar sehr deutlich.
Ich drehte mich um, um den Tod ins Auge zu blicken.
Einer der Dunkelelben starrte mich an, er sagte nichts und er war der einzige der mich sah.
Hinter ihm fragten die Dunkelelben: „Hast du etwas gefunden Morgan?!“
Er legte seinen Zeigefinger auf seinen Mund: „Nein hier ist nichts! Gar nichts!“
Ich starrte ihn an, wie oft war ich dem Tod entrungen, der Dunkelelbe hatte eine bläuliche Haut so wie die anderen und seine spitzen Ohren waren groß.
Seine tiefe Stimme war wunderschön!
Morgan hatte kleine Augen und eine sehr spitze Nase, fast schon zu spitz, sein Mund war grün und klein.
Seine blonden Haare waren zusammengebunden und seine Augen hatten die Farbe der Sonne, so strahlend!
Ich drehte mich um und lief davon, niemand sah mich und konnten mich auch nicht hören, weil Morgan meine Geräusche mit einem lauten Jubelschrei übertönte.
„Was soll das Jubelgeschrei?“
„Wir sind nicht überfallen worden, von einer Schwertmeisterin! Das ist doch gut!“
Mit großen Schritten lief ich davon und nach ein paar Minuten, als ich das Schloss nicht mehr sehen konnte, blieb ich stehen und schnaufte laut ein und aus.
Sonk war noch immer wie erstarrt an meiner Schulter festgekrallt: „Wie? Was? Wo?“
Ich unterbrach ihn: „Dieser, dieser Morgan hat uns gerettet und der Gefangene Nummer 11 9 0 ist wahrscheinlich meine Schwester, ende der Durchsage!“
Bückend atmete ich ein und aus, ein und aus bis ich nicht mehr konnte.
Plötzlich sah ich mir zwei Füße und Hände die nach meiner Schulter griffen und schon nahm eine Hand und krallte sie fest und warf damit den Mann zu Boden.
Doch ich bemerkte das es nur Ben war: „Was soll das?!“
Er seufzte und sprang auf, streifte sich den Dreck von seinem Gewand: „Die Frage stelle ich dir, die Überraschungsangriffe bekommst du schon ganz gut hin. Du wirst besser!“
„Warum bist du hier?“
Ben meinte lachend: „Ich bin dir gefolgt, natürlich ohne das du es bemerkt hast und du hast ja auch erstaunliche Dinge heraus gefunden, nur ich bin weiter!“
„Und? Wer ist die Gefangene Nummer 11 9 0? Ist sie meine Schwester? Und wer ist dieser Morgan?!“
„Wenn Morgan nicht gewesen wäre, hätte ich nicht flüchten können, er hat meine Gefängniszelle geöffnet Nummer 13 8 0!“
13 8 0 …
Das war sicher das Zimmer neben der Gefangenen 11 9 0!
„Was weißt du? Spuck es schon aus!“
Er lachte dunkel: „Also es heißt ja Wissen ist unbezahlbar und ich verrate es dir wenn du mich bezahlst!“
„Du spinnst ja!“
„Ich will nicht dass du mir Geld gibst, ich möchte nur das du mir hilfst, das alte Labyrinth von Kize! Es heißt dort ist ein Schatz vergraben der mehr als 1000 Milliarden Dollar wert ist! Bitte! Du musst mir helfen! Dann helfe ich dir deine Freunde zu befreien.“
„Du lügst und außerdem brauche ich deine Hilfe nicht! Und das ist nur ein Märchen!“
„Ich habe Beweise gefunden!“
Schon wieder hörte ich diese blöde Innere Stimme, die mir immer einredete was ich tun soll: „Tu das was er sagt, aber das letzte könntest du weg lassen. Er ist deine Einzige Hoffnung!“
Ich sprach mit der Stimme in Gedanken: „Warum? Du kannst mir nicht sagen was ich machen soll!“
„Das gehört zu einer Schwert und Kampfkunstmeisterin! Deine Innere Stimme hilft dir das richtige zu tun.“
„Aber du sagst mir was zu tun ist, das ist keine Hilfe!“
„Darüber reden wir ein anderes Mal, aber Ben und dieser Morgan könnten dir wirklich helfen! Vielleicht kannst du das was passieren wird zu deinen Gunsten nutzen.“
„Meinst du wirklich?“
„Ja, Ben wird dir die Kampfkunst wieder beibringen und mit ihm wirst du durch Morgans Hilfe in das Schloss kommen und Kyle und Mira retten!“
„Und später?“
„Zwar ist Ben kein Verräter, aber wieso solltest du ihm helfen? Du willst ihn nicht mehr und er hat dir sehr viel Schaden zugefügt! Wenn er dir hilft ist seine Schuld beglichen.“
„Woher der Sinneswandel?“
„Ich verstehe dich jetzt.“
Ich dachte kurz nach: „Und was soll ich jetzt tun?“
„Geh auf seine Bedingungen ein und später wenn du Kyle und Mira gerettet hast, verschwindest du in den Westen, dort tobt ein Krieg! Suche verbündete!“
„Wen?“
„Die Tochter der Sirene! Sorcha von dem Bösen Klan Kornels!“
„Sie ist es?“
„Du hast es schon vermutet.“
„Ja, aber sie ist böse!“
„Es wird etwas passieren Lyla! Du musst nur zur Richtigen Zeit am Richtigen Ort sein.“
„Aber wo soll ich hin?“
Der letzte Satz war nur ein Flüstern: „Kyle kennt die Antwort, deshalb ist er gefangen!“
Als ich aus meinen Gedanken wieder die Wirklichkeit betrachten konnte, sah Ben mich genervt an: „Ich hasse es wenn du mit ihr redest! Du bist nachher immer so anders.“
„Vielleicht ist das das Problem.“
„Welches Problem?“
Ich antwortete nicht: „Ben, ich gehe auf deinen Bedingungen ein, nur eines! Du hilfst mir als Erstes.“
„Woher weiß ich dass ich dir vertrauen kann?“
„Das weißt du nicht!“
„Noch ein Problem! Auch zwölf Uhr!“
Schnell drehte ich mich um und starrte auf die drei fliegenden Dunkelelben, die uns anlächelten und schon stellte ich mich in Kampfstellung.
Es war Morgan und zwei andere: „Wartet! Wartet!“
Ben fragt ihn: „Was willst du?“
Morgan und die zwei anderen, die ihm enorm ähnlich sahen, kamen leicht am Boden auf: „Wäre ein Dankeschön zu viel verlangt?“
„Danke.“
Nun sah Morgan mich an, doch ich sagte nichts.
Ben meinte: „Von ihr wirst du kein Dankeschön hören!“
Und er lachte!
Ich schluckte: „Okay … Danke.“ Ben drehte sich zu mir um und meinte: „Eh, hast du gerade danke gesagt?“ „Ist doch nicht das erste Mal!“ Morgan meinte: „Also, ich und meine Freunde sind hier weil wir an euren Absichten interessiert sind!“ Der Mann sah nun nicht mehr mich an, sondern Ben: „Du weißt sehr viel und du auch Kampfkunstmeisterin aus dem Osten! Deshalb habe ich einen Vorschlag.“ Etwa noch eine Erpressung? Davon hatte ich heute schon reichlich bekommen, was tat eigentlich Sonk die ganze Zeit über? Er war noch immer fest an meiner Schulter gekrallt und starrte den Dunkelelben an. Ich fragte Morgan: „Auf welcher Seite stehst du?“ Er ging ein paar Schritte auf mich zu: „Auf eurer.“ „Ach wirklich und welche Rolle spielen sie?“ Er lächelte: „Ich bin Morgan Stupaki, einer der Dunkelelben die nun auf die gute Seite übergewechselt sind, ich bin gut geworden, weil ich jemand wichtigen verloren habe! Durch Tessa Marsolas Hand.“ Die Anführerin Tessa, der Name war überall bekannt, weil sie jeden umbrachte der ihr irgendwie im Weg war und weil sie die mächtigste Dunkelelbin war, die es gab! Morang seufzte: „Du heißt Dilyla nicht war? Die Schwert- und Kampfkunstmeisterin aus dem Osten.“ „Ja, leider …“ „Wieso leider?“ Auf diese Frage antwortete ich nicht. Ben kam zu Wort „Was haben sie zu bieten, wenn wir ihnen helfen?“ Morgan meinte: „Das Wohlaufsehen von einer Skarpie, einem Mensch und einem Trastil!“ Budiga! Kyle! Und leider auch Kensinn! Trastile sehen aus wie rießige Menschen und haben aber nur eine Hand und ein Auge. Mit ihrer einen Hand können sie sehr schwere Dinge aufheben und sie waren so schwer, dass sie alles zertreten und zerquetschen konnten, sogar einen Menschen. Sie hatten alle Rotstechende Haare! Ben meinte: „Den Trastil kannst du weg lassen!“ „Aber er teilt sich eine Zelle mit dem Menschen.“ Oh gott! Kyle war zusammen mit diesem Kensinn in einer Zelle gefangen, wenn ich derjenige wäre hätte ich den Trastil schon längst umgebracht und es genossen. So wie ich es genossen habe Bens Stadt zu zerstören und die Schreie die von unten an mir hoch gekrochen sind! Leider hatte Kensinn das anscheinend überlebt, was für ein Jammer! Ich hätte gerne seinen abscheulichen toten Körper gesehen, als seine Augen fest geschlossen sind und er langsam zu Staub zerfiel und auch wie noch eine Träne seinen Wangen hinunterfloss. Ja, ich hätte gerne zugesehen wie er starb, aber dar er noch lebte und wahrscheinlich alles daran setzen wird mich zu töten, musste ich auf der Hut sein! Morgan: „Wenn der Trastil die Tür offen stehen sieht, wird er wohl sehr unwahrscheinlich zurück bleiben oder? Vor allem ist er auch mächtig, wir werden ihn mitnehmen müssen.“ Ich lachte, über so ein dummes Kommentar: „Wir, ach ja? Also ich rede kein einziges Wort mit diesem Kerl! Nein ich bin noch viel zu nett, ich werde ihn erschießen.“ Ben nickte mir zu: „Das würde ich auch tun.“ „Warum tust du es dann nicht?“ „Weil er uns von Nutzen sein kann.“ Diese Antwort gefiel mir nicht, immer war jeder einem von Nutzen, alle nutzten jemanden aus. Wie weit war diese Welt schon gefallen? Wenn ich ihnen helfen würde und später diese Sorcha aufsuchen könnte, was dann? Ich glaubte nicht dass das böse Mädchen und ihre Brüder einfach so mit mir mitkommen würden, es war unwahrscheinlich, aber was hatte ich schon zu verlieren? Nur eine Taube, Mira, Kyle und meine eigene Seele, das war nicht viel. Eigentlich überhaupt nicht wichtig … Und dann wurde mir bewusst, dass mir die ganze Zeit über alles egal war, mein Leben, die ganzen Menschen die ich liebte und sogar den Rest dieser Welt, der bald untergehen wird. Wenn ich nichts dagegen tun würde, dann würde ich mich selbst umbringen, da war ich mir sicher! Die beste Ablenkung war Mira und Kyle aus dem Gefängnis zu befreien, was nicht leicht werden dürfte. Also musste ich nur das tun was Morgan und Ben mir sagten und dann ab nach Westen … Und wieder wurde mir bewusst, dass auch ich alle Menschen die um mich waren ausnutzte, ich war auch tief gesunken und zwar tiefer als ich bis jetzt gedacht hatte. Morgan unterbrach meine Gedanken: „Es wird nicht leicht sein dort hinein zu kommen, aber funktionieren wird es wahrscheinlich schon.“ Ich konnte das nicht glauben: „Nur wahrscheinlich? Ha! Das ist mir zu wenig!“ Ben ignorierte mein Kommentar nicht, was ich sowieso nur spontan ausgedrückt hatte, eigentlich sah ich es so wie alle anderen, na ja fast: „Hast du einen Plan?“, fragte Ben Morgan. „Ja, er ist zwar nur spontan zusammengesetzt, aber er dürfe funktionieren. Ich müsste wieder Nebel auftreten lassen.“ Oh mein Gott, er war das gewesen: „Du warst das?“ „Genau, einen ganz einfachen Trick, habe ich von meinem Vater gelernt.“ Ich hatte auch viel von meinem Vater gelernt, er war immer viel zu selbstsicher gewesen und doch war das was er getan hatte immer richtig gewesen, er war mein Vorbild. Schon immer hatte ich ihn bewundert, dass er bei vielen Dingen keine Angst hatte und gegen ein Monster mit mut und Kampfkunst gekämpft und schließlich auch gewonnen hatte, aber das war nicht die beste Zeit um darüber nach zu denken. Mir ging vieles durch den Kopf herum, über das ich früher nie gedacht hatte, lebte mein Vater eigentlich noch? Ich wusste es nicht und das beunruhigte mich auch sehr: „Wie sieht dein Plan aus?“ „Brillant, du müsstest aber etwas anderes anziehen.“ Er lachte, er hatte MEINEN Plan geklaut: „Hei!“ Ben meinte verzwickt: „Sag nicht ich muss auch so ein Zeug anziehen?!“ „Wenn du so herum laufen wirst, dann werden sie dich mit Sicherheit erkennen. Na los ab in eure Kostüme!“ Er warf mir so eine Kleidung zu, die diese Frau am Eingang getragen hatte, etwas merkwürdiges, blaue lange Hosen und ein schwarzes Hemd, einen Gürtel um den Bauch und auch ein Schwert und zwei Dolche. Solche Dolche hatte ich auch, nur mit einer anderen Gravur, die mein Vater geschnitzt hatte. Morgan: „Es ist aus Monsterfischhaut, also ich ekele mich davor.“ „Du meinst diese riesigen Fische mit einer großen Hand als Flosse?“ „So könnte man sie auch beschreiben.“ Ich lächelte, diese Fische waren Delikatessen, aber auch schwer zu fangen, weil sich kräftig und riesig waren, wenn jemand so einen Fisch fing, verdiente er sich ein wenig Achtung. Dieser Fisch hieß denke ich Hornwobbler, keine Ahnung warum er so einen komischen Namen hatte, aber Horn hieß er sicher weil er eine so kräftige Hornhaut hatte, er war nur an den Händen und am Bauch verwundbar: „Morgan? Was sollen wir später tun?“ „Das lasse mir meine Sorge sein, nein keine Angst, es wird schon gut gehen!“ Morgan meinte er würde hier warten, bis Ben und ich uns umgezogen hatten, aber als wir beide in diesem Haus standen, was sich in einer Höhle befand wollte Ben nicht aus dem Zimmer gehen und warten bis ich mich umgezogen hatte und ich raus ging, ging er mir nach: „Ben! Was soll das?!“ „Ich vermisse diese Zeiten.“ „Deswegen musst du mir nicht wie ein Schoßhündchen nachlaufen.“ „Vielleicht doch.“ Genervt meinte ich: „Ben!“ Und zog das Wort in die Länge, er schubste mich sofort ins Haus und ging ein paar Schritte zurück: „Ja ist schon gut, ist schon gut!“ Aber als er sich ein bisschen von dem Haus entfernt hatte, spürte ich immer noch seinen Blick auf mir und deshalb konnte ich mich nicht entspannt umziehen. Mir kribbelten die ganze Zeit meine Hände, es war zum verrückt werden! Als ich den Höhleneingang betrat hatte Ben sich auch schon umgezogen, ich ging ihm einfach nach als wir zu Morgan und den anderen zwei zurückgingen, deren Namen ich nicht kannte, ich musste auch nicht wissen wie sie hießen, es war mir auch egal. Sie waren nicht sonderlich wichtig bei dieser Sache. Morgan meinte als wir bei ihm ankamen: „Das hat echt lange gedauert, na egal ich mische mich nicht ein bei euren Beziehungsproblemen …“ Ich spukte es nur aus: „Wie, was, wo? Wir sind nicht zusammen! Warum denkst du das?!“ Ben sagte nur: „Was ist so schlimm daran?“ Meine Augen starrten ihn an: „Für dich mag es ja wunderbar sein!“ Morgan mischte sich ein und schnipste mit den Fingern: „He, ihr könnt euch später streiten, falls ihr es vergessen habt wir haben da noch eine Sache zu erledigen, die nicht warten kann! Später können wir entspannt nach Hause zurückkehren.“
Das Schloss
Es war nicht ganz so ohne einfach so da rein zu spazieren, zwar dachte Morgan wir könnten es schaffen, doch ich hatte da meine Zweifel, ich hatte doch immer Zweifel, aber wenn ich dieses Gefühl nicht hätte, hätte ich schon längst ins Gras gebissen. Den Nebel gab es nicht mehr, also konnten wir unbeschwert einfach zum Schloss spazieren, die Umgebung war mir bei meinem zurück Gang nicht aufgefallen. Die Berge waren riesig und wunderschön, in der Nähe gab es einen See, oder so was ähnliches und der ganze Weg war mit Steinen bedeckt, wie die ganze Umgebung, zu meinem Empören waren die Bäume entweder von dem giftigen Gas abgestorben oder waren gefällt worden. Ich hasste diese Dunkelelben, nein alle Fabelwesen, sie vernichteten unsere schöne Natur und die verschiedenen Rassen der Tiere, mittlerweile waren alle Schlangenarten schon fast ausgestorben. Aber das interessierte mich jetzt nicht, meine Hände zitterten wie verrückt, war ich etwa nervös? Das war ich schon seit fünfhundert Jahren nicht mehr! Doch dieses Gefühl stieg wieder in mir hoch und vernebelte mein Uhrteilsvermögen, bei einer Kleinigkeit könnte ich schon ausflippen, Ben legte seine Hand auf meine und meinte: „Hei, es wird schon nicht so schlimm werden! Wir machen unseren Job und dann geht es weiter …“ Ich schüttelte ihn ab, noch mehr Nervosität konnte ich, weiß Gott, nicht gebrauchen: „Wie weiter?“ „Einfach so weiter wie du dich entscheidest.“ „Hhm.“ Entschieden hatte ich mich schon, für die Verräterseite, sie war zwar nicht gerade vernünftig, aber immer noch besser als mit Ben in den Tod zu gehen! Wir waren angekommen, von dem Schloss stieg hauchdünner Nebel auf, der sich über uns zog, Morgan klopfte an die Eingangstür, oder eher Eingangsmauer, sie war mit allem identisch, außer mit dem Türgriff. Ein Mann von innen öffnete einen kleinen Spalte eine Augenritze an der Tür: „Passwort?!“ Morgan antwortete stocksteif: „Woher soll ich das wissen Vollidiot!“ „Korrekt! Ha, war nur Spaß Morgan, ich lass dich rein!“ Der Dunkelelf öffnete die Tür und zog unsere zwei weiteren Begleiter mit sich, anscheinend hatten die etwas Besseres zu tun als ich, Ben und Morgan, oder eher etwas leichteres. Der Schlosshof war grandios, nicht zu vergleichen mit den anderen Schlössern, er war riesig und in der Mitte war ein kleiner See, mit einer Wiese rundherum und einen Steg wo man Fische fangen konnte, doch ich sah dass es diesen kleinen See nicht mehr gab, stattdessen lag Asphalt darüber! Die Mauer sah von innen wie auch der Hof grandios und fabelhaft aus. Der Hauptmann verteilte Befehle am Eingang des riesigen Gefängnisses, doch er wendete sich gleich Morgan zu, anscheinend waren sie Beste Freunde, na supser: „Ah, Morgan! Nicht von der Schwertmeisterin erwischt worden?“ Sie schüttelten sich die Hand. „Nein, Gott sei dank nicht, aber ich glaube sie wird nicht mehr auftauchen.“ Der Hauptmann wendete sich mir und Ben zu: „Ihr seit die Neuen von die Morgan mir erzählt hat, nicht wahr.“ Das war keine irgendwie keine Frage sondern eine Anmerkung, denn er redete gleich weiter: „Vorsichtig müsst ihr auf alle Felle sein, eine Schwert und Kampfkunstmeisterin treibt sich hier irgendwo herum!“ „Wer ist sie?“ „Dilyla Waner, eine Verwandte der Königin von hier Budiga Mira Waner, sie ist eine Skarpie, ich vermute Miss Maner war hinter ihrer Schwester Budiga her. Sie wollte sie vermutlich befreien.“ Ich bemühte mich nicht zu viel aufzufallen und meine Stimme neugierig erklingen zu lassen: „Also, sie ist nicht wieder aufgetaucht?“ „Seitdem sie zwei unserer Wächter umgebracht hat nicht, wahrscheinlich hat sie sich verletzt, sie ist aber unerwartet aufgetaucht, sie war für lange Zeit verschwunden.“ „Unerwartet?“ „In der Tat.“ Er machte eine kurze Pause. „Ach, wo bleiben denn meine Marinieren, ich bin Sanimor Masim, ihr werdet bereits dringlichste erwartet! Wie heißt ihr?“ Davon war nie die Rede, das wir uns vorstellen sollten, Ben antwortete als Erster: „Ich bin Sebest Morkloy und das ist Herien Morkloy.“ Er wollte wohl so tun als wären wir verheiratet, na super. „Kann die Dame nicht für sich selber sprechen?“ Aufgrund meiner Nervosität brachte ich es nur schwer heraus: „Ich bin Herien Morkloy, seine Schwester!“ Gut, er dachte wir wären Bruder und Schwester immer noch besser als Mann und Frau: „Gut, ihr werdet versuchen etwas mit Latur Munik reden, es kann ja nicht schaden …“ Ich und Ben machten es so wie wir es bei den anderen Soldaten gesehen haben, wir machen einen komischen Fußtritt und sagten wie aus einem Mund: „Ja Sir!“ „Ich könnt gehen, ich habe noch zu tun.“ Als wir schon einige Schritte auf den Eingang zugingen und das Tor öffneten meinte der Hauptmann noch: „Ach noch etwas! Der Mann Latur Munik kannte Miss Waner, er ist ein Fischmann, solltet Mal mit ihn auskwetschen, es haben alle nicht geschafft, vielleicht habt ihr mehr Glück?! Er sitzt in dem Käfig mit dem Trastil weil er zu viel erfahren hat.“ Ich war mir sicher dass Latur Munik, Kyle war und Morgan hatte mir das verschwiegen, LÜGNER! Die Tür öffntet sich schon und als ich Morgan in die Dunkelste Ecke zog würgte ich ihn: „Du hast gewusst dass Kyle nicht wirklich Kyle heißt oder?“ Er keuchte: „Ich wusste es nicht!“ „Lüg mich ja nicht an!“ „Verdammt, ich wusste es nicht!“ Ben meinte: „Lyla, beruhig dich!“, und riss Morgan meine Hand, zu kräftig von seinem Hals, also flog ich durch die Luft und landete hart vor ihm auf dem Boden. Es war wirklich eine schlechte Idee gewesen Morgan zu würgen, dazu war nun keine Zeit! Meine Wirbelsäule tat weh, aber mein Überlebensinstinkt, keine Ahnung warum er einmal aktiv war, trieb mich immer weiter weg von Ben. Ich krabbelte weiter in die Dunkelheit, weg von ihm, doch er hielt meinen Fuß fest und wollte mich zurückziehen: „Entschuldigung!“ Mein Instinkt sagte mir zu schreien und das wollte ich auch, aber Ben hielt mir seine Hand vor meinem Mund: „Was soll denn dass?“ Ich riss seine Hände von mir los, stand auf und ging einfach weiter, ohne auch nur nachzudenken ob die Beiden mir folgten, aber Morgan holte mich schon sehr bald ein und übernahm die Führung.
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In diesem Augenblick wurde mir bewusst, wie wenig ich Menschen, Hexen oder anderen Geschöpfen vertraute und das war unnötig, aber auch armselig. Wieso war ich nur so, eine Frau die die Welt hasste und all ihre Bewohner, so … geistesgestört, es geht nicht darum wie ich bin, sondern was ich bin. Schon früher hatte ich meine Bestimmung nicht akzeptiert und lebte noch immer trotzdem mein Leben, auch wenn es für andere langweilig schien. Hör auf über das nachzudenken, das ist jetzt nicht wichtig! , dachte ich mir, schon nach kurzer Zeit war ich wieder in der Realität. Morgan ging Geradewerts in die Richtung der Treppe, die gleich zum ersten Stock führen sollte, drinnen war es überall schwarz. Es waren fiele Türen rechts oder links, aber wir gingen immer weiter die Treppe entlang und so lange bis mir meine Füße weh taten und ich mich kurz hinsetzte: „Wer hat hier etwas von so steilen Treppen gesagt?“ Die Treppen waren wirklich riesig, da musste man ja müde werden! Oder sich wenigstens mal kurz entspannen und den Augenblick genießen, aber Morgan drehte sich um behauptete mit hochgezogenen Augenbrauen: „Du hast in letzter Zeit keine Stiegen mehr besucht, oder?“ „Wieso sollte ich? Dort trampeln doch nur irgendwelche Fieslinge herum die alles töten was ihnen in die Quere kommt!“ Das meinte ich oberernst. Morgan machte sich wieder auf den Weg zu mir und zeigte mit seinem Finger auf mich: „Weißt du, ich habe dein misstrauen satt, wie oft habe ich dir bewiesen das ich nicht so bin? Du bist armselig! Du könntest einem glatt leid tun, fast!“ Er sprach mir aus der Seele, dennoch blieb ich, oder wurde ich beleidigt, aber mehr noch. Mein Endschluss stand fest. Es war töricht zu glauben die Welt könnte sich bessern, damit meinte ich nicht Morgan, jedenfalls nicht NUR, aber diese Welt geht nur unter weil der Dunkelelben ihre Vorstellungskraft von einer besseren Welt, einfach irre verrückt war, nein geistesgestört! Eine bessere Welt existiert nur in Träumen, in der ich schon einmal gewesen bin. Oh Cole, aber das war lange her, er war der einzige der mich wirklich verstand und den brauchte ich jetzt, also als ich ihn zum letzten Mal sah, hatte er mir gesagt … Die Zeit drehte sich zurück.
Cole
Cole zupfte mich an meinen Haaren, aber ich nahm seine Hand und drehte sie ein wenig zur Seite: „Au!“ Aber tat weh, na ja nur bei ihm jedenfalls, seine Handknochen sahen komisch aus, seine Finger waren viel zu lang und seine Knochen traten zu weit hervor, aber es waren trotzdem noch Bärenstarke Hände, die mich sogar tragen konnten. Er seufzte, genauso wie ich, dann küsste er mir auf die Stirn und fragte traurig: „Musst du denn wirklich gehen?“ „Ich muss!“ „Aber, er wird dich umbringen wenn du gehst!“ Cole sah mich nun verwirrt an, seine weißen Haare waren in diesem Augenblick bildschön, ich liebte es durch sie hindurch zu fahren: „Nein, Cole das wird er nicht! Er ist … mein Bruder.“ Na ja, aber nicht ein sehr beliebter Bruder. „Das hat ihn nicht davon abgehalten! Er hat deine Eltern, wer weiß wie weit das noch führen kann, in welche Abgründe, in wessen Tod! Ich will nicht das du gehst!“ Er streichelte mein Gesicht: „Ich liebe dich.“ Das sagte er so sanft, das tat ich auch: „Cole, ich liebe dich auch aber …“ Ich legte seine Hände zurück auf meine, die er festhielt, so als wollte er mich fest halten, er will nicht dass ich gehe. Wollte er nie, aber was soll ich denn tun. Isidor war dabei meine Eltern zu töten, aber … ich konnte sie doch nicht sterben lassen, er versteckte Mira, meine Schwester, irgendwo und hatte meine Eltern. Er wollte mich, lebendig und später tot. Aber das verheimlichte ich Cole, der sofort stöhnte: „Lyla, er glaubt du hast ihn verraten, an den Dunkelelben!“ Wenn die nicht wären, gebe es keine Probleme, Cole und ich würden für immer zusammen bleiben und auf ewig glücklich sein, ohne sie … Aber Isidor glaubte ich hatte ihn verraten, ich hätte ihn an den Dunkelelben verkauft die ihn jetzt jagten weil er einer der wenigen Pumas war. Weil er sich in einen Puma verwandeln kann und alles vernichtet was ihm in die Quere kommt, auch weil er in diesem Zustand nicht vernichtet werden kann. Ich seufzte schon wieder: „Ich will auch nicht!“ „Dann bleib bei mir.“ Er nahm meine Hände setzte sich auf und sah mir tief ins Gesicht: „Lyla, ich will mit dir alt werden, ich will Kinder! Wenn wir Hand in Hand im Garten liegen und unsere Kinder und Enkelkinder im Garten spielen!“ Cole fing an zu weinen und damit auch ich, er seufzte herfor: „Ich will dich nicht Tod sehen!“ Es musste sein, es musste sein … Dass redete ich mir in diesem Moment ein: „Cole, ich … will auch nicht aber alle Menschen die ich liebe werden sterben.“ „Besser als du.“ „Cole, du begreifst nicht! Ist es nicht falsch wenn du mich retten willst und alle in meine Familie sterben, Vater Mutter selbst Mira. Es kann nicht sein das wir dann dafür verantwortlich sind! So etwas gibt es nicht, jedenfalls nicht in meinem Leben.“ Seine Tränen flossen seinen Wangen hinunter, aber er redete dennoch weiter: „Bin, bin ich dir denn nicht genug?“ „Doch Cole, ich hasse meine Eltern außer Mira, aber trotzdem kann ich sie doch nicht sterben lassen!“ „Ich verstehe.“ Meine Tränen sammelten sich immer wieder an, wenn eine hinunter floss kam eine nächste nach: „Auch wenn es uns an alles hindert was wir erreichen wollten!“ Er küsste meine Hand, dann wischte er meine Tränen fort: „Ich verspreche dir jetzt etwas Lyla, falls du zurück kommst werde ich immer bei dir sein und werde bis dahin auf dich warten! Egal ob du tot bist oder nicht!“ „Nein Cole.“ Ich schüttelte den Kopf: „Willst du immer allein sein wenn ich sterbe? Warte auf mich bis nach drei Monden.“ „Drei Tage?“ „Wenn ich bis dahin nicht zurück bin, dann vergiss mich, das ist mein Wunsch.“ Er brachte diese Worte nur schwer heraus: „Ich kann nicht ohne dich glücklich sein!“ Das akzeptiere ich, er nahm mein Gesicht in meine Hände und sah mir tief in die Augen: „Ich werde ewig auf dich warten, selbst wenn ich dich nur im Himmel bekomme.“ Er küsste mich kurz, ich erwiderte seinen Kuss. Er war so sanft und zart, er wollte mich nicht verlieren und auch nicht wehtun. Ich beendete den Kuss und stand auf, nahm meinen Mantel und ging, für immer, ich fühlte noch seinen tieftraurigen Blick der auf mir ruhte währenddessen ich mich aus dem Haus entfernte. Er schrie mir noch nach: „Ich werde dich nie allein lassen! Ich bin bei dir! Egal wo du auch bist!“ Wie konnte es sein das ich einen Menschen so sehr LIEBTE?!
Trennung
Das Wort liebte hörte ich öfter in meinen Gedanken die mich aus den Träumen zerrten, ich zuckte zusammen und hörte wieder diese verrückte Stimme: „Du darfst nicht zu ihm gehen!“ „Warum nicht?“ Ich weinte innerlich, aber sie redete mir die ganze Zeit ein: „Er ist anders geworden.“ „Er ist nicht anders, er hat es mir versprochen ich muss zu ihm!“ „Du hast ihn tausend Jahre lang nicht mehr gesehen, er hat sein Versprechen gebrochen!“ „Aber …“ „Er liebt dich nicht mehr!“ „Wie kannst du nur so etwas sagen? Du tust mir weh!“ „Warum bist du denn nicht früher zu ihm?“ Ich dachte kurz nach. „Ich habe ihn vergessen, es hat zu lange gedauert, ich habe mich verändert! Die Menschen und alle anderen verachtet nachdem was ich durch gemacht habe, aber! Aber ich liebe ihn!“ „Er ist nicht mehr derselbe.“ „Nein, nein, nein!“ Ich wollte zurück, auch wenn es hieß ich muss wieder unter allen Menschen und Geschöpfen sein! „Frag mich lieber etwas anderes, etwas was dir wirklich etwas bedeutet. Danach bin ich wieder weg.“ Darüber brachte ich nicht nachdenken: „Wo ist er?“ Sie konnte mich nicht davon abhalten, auch wenn sie es noch so sehr versuchte, sie seufzte in mir: „Er ist dort wo du es am wenigsten erwarten wirst.“ „Wie meinst du das?“ „Frag Latur.“

